Fluchtgeschichte im SWIM-Magazin

Von Zeit zu Zeit berichten wir hier auch über die tragischen Momente der Deutsch-Deutschen-Teilung, die sich nicht selten direkt an der Grenzlinie mit all ihrer Abscheulichkeit manifestierten … viele Menschen ließen an der Grenze ihr Leben. Ein Blick auf diese Geschichten, aber auch auf gelungene Fluchten, wird allzu gerne als Geschichtsvoyeurismus beschimpft. Das lassen wir für uns nicht gelten: „Sport, Freiheit, Grenze“, das ist der Dreiklang, der die GST zum Schwingen bringt. Und deshalb schauen wir genau hin, wenn der Drang in die Freiheit, die Flucht aus der DDR, eine sportliche Komponente hatte. Das Thema bleibt aktuell, nicht nur mit Blick auf die deutsche Geschichte, sondern auch mit Blick auf die Zukunft.
So freuen wir uns auf die nächste Ausgabe des SWIM-Magazins. Die entsprechende Pressemitteilung kam gerade rein. Hier im Wortlaut:

„„Es war der Wettkampf meines Lebens“:
Der ehemalige DDR-Spitzenschwimmer Axel Mitbauer im SWIM-Interview über seine spektakuläre Flucht durch die Ostsee

Fast 50 Jahre ist es her, dass Axel Mitbauer 22 Kilometer durch die Ostsee in die Freiheit schwamm, ein Kraftakt, der danach keinem DDR-Bürger mehr gelingen sollte, weil die Überwachungs- und Sicherheitsmaßnahmen massiv erhöht wurden. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift SWIM erzählt der ehemalige Spitzenschwimmer der DDR, wie ihm die Flucht in den Westen gelang, obwohl er von der Stasi bewacht wurde. Mitbauer hatte sich zuvor bei einem Wettkampf in Budpest verdächtig gemacht: „Ich wollte mich bei einem westdeutschen Schwimmer und seinem Trainer erkundigen, wie man am besten in die Bundesrepublik kommt. Leider flog mein Plan auf.“ Doch Mitbauer ließ sich auch von sechs Wochen Untersuchungshaft und einem lebenslangen Verbot, in der DDR zu trainieren, nicht von seinem Vorhaben beirren, und trotzte den widrigen Umständen: „Da ich ja ein Sportstättenverbot hatte, konnte ich in keinem Schwimmbad trainieren. Ich habe mir dann Seen in der Umgebung zum Schwimmen gesucht. Dort habe ich sechs bis acht Stunden am Stück trainiert.“ Die 22 Kilometer lange Flucht sollte von Boltenhagen, dem westlichsten Ostseebad der DDR, in den Westen führen. Axel Mitbauer gelang es, den Stasi-Aufpasser abzuschütteln, und zu beobachten, wann die Grenzbrigade Küste immer die riesigen Scheinwerfer ausstellte, um Überhitzung zu vermeiden: „Als die Scheinwerfer ausgeschaltet wurden, bin ich also in die Ostsee rein und so schnell es ging über die erste und zweite Sandbank ins tiefe Wasser. Als die Scheinwerfer wieder angeschaltet wurden, war ich schon in den Wellen verschwunden und vom Ufer aus nicht mehr zu sehen.“ Angst, dass etwas schief gehen konnte, hatte der damals 18-Jährige zu keinem Zeitpunkt: „Nein, ich war fokussiert. Es war der Wettkampf meines Lebens, da denkt man an nichts, nur ans Ziel.““

Das Bild stammt auch vom Verlag.

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