#01 GST-Fahrer: Reinier L.

Ich möchte mich für die Grenzsteintrophy 2017 eintragen. Ich bin in den letzten Jahren immer weiter weg gefahren mit dem Rad, und finde es jetzt Zeit, um mal eine sportliche Herausforderung über mehreren Tagen zu versuchen. Ich werde immer begeistert von die Geschichten von Bikepacker, möchte das selber machen, aber ohne gleich die CO2-Ausstoss von mehrere Durchschnitt-Weltbürger dafür zu brauchen… also die GST in Deutschland.

Wenn man eine etwas philosophischere Motivation will: Ich bin gleich an der Deutsche Aussengrenze in den Niederlanden (Didam) geboren und aufgewachsen, und Grenzen haben mich schon lange interessiert. In der Gegend meiner Heimat ist durch zufällige politische Vorfälle aus der administrative Grenze zwischen Kleve und Gelderland die Deutsch-Niederländische Staatsgrenze entstanden, und damit eine gewisse Trennung in Sprache, kulturelle Orientierung und Lebensstil. Dass Gemeinschaften, die vorher viel gemeinsam hatten, jetzt mit den Rücken zu einander zugewandt leben, ist eigentlich traurig. Doch die Grenze hat mich auch erlaubt schon früh mit dem Fahrrad ein anderes Land und einere ander Sprache kennenzulernen. Ich weiss noch, ich fühlte Mitleid mit meinen Deutschen Altersgenossen die von Eltern und Schulen gezwungen waren beim Radeln einen Helm zu tragen… Vor zwei Jahren bin ich die ganze Germanisch – Romanische Sprachgrenze entlang gefahren, von Dünkirchen nach Slowenien. Es freute mich wie reell Europa heute existiert – egal was manche Politiker darüber sagen. Ich bin, auf der Strasse und mit warmshowers.org, viele Walen in Flandern, Deutsche in Frankreich, und Franzosen in der deutschsprachige Schweiz usw. begegnet. Immer freundliche Leute die das Gute von den beiden Seiten sehen konnten. Es ist klar, dass Grenzen nicht nur Trennungslinien, sondern auch Begegnungszonen sind.

Bei der Deutsch-Deutsche Grenze ist die Trennungslinie artifiziell und plötzlich geschaffen, und dann genau so plötzlich wieder verschwunden. Ist sie dann von einer Begegnungszone ersetzt? Ist die „Mauer in den Köpfen“, von der man redet, auch in der Landschaft und im Strassenbild zu sehen?

Spot-Tracker habe ich noch nicht, werde ich mitteilen wenn ich einen habe. Klappt das so?

Mit freundlichen Grüssen,

Reinier L.

1 Kommentar

  1. Georg Dienstag, der 13. Juni 2017 at 14:05

    Hallo Reinier, das ist eine sehr aufrichtige und warmherzige Geschichte, Danke fürs Teilen und viele neue Einblicke auf der GST!
    Georg

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