{"id":1986,"date":"2010-09-08T17:02:40","date_gmt":"2010-09-08T15:02:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.grenzsteintrophy.de\/?p=1986"},"modified":"2012-12-15T19:42:01","modified_gmt":"2012-12-15T17:42:01","slug":"den-yeti-wiedersehen-hilfe-gebraucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/2010\/09\/den-yeti-wiedersehen-hilfe-gebraucht\/","title":{"rendered":"Den Yeti wiedersehen &#8230; Hilfe gebraucht"},"content":{"rendered":"<p>Man kann im Leben nicht nur Gl\u00fcck haben, manches Mal schl\u00e4gt das Schicksal zu. So auch beim Schlafsackhersteller Yeti. Noch vor wenigen Monaten war die Welt in Ordnung: Allerlei Abenteurer schliefen in Yeti-Schlafs\u00e4cken (ich \u00fcbrigens auch w\u00e4hrend der GST 2009 &amp; 2010) und Yeti produzierte flei\u00dfig neue Knackt\u00fcten f\u00fcr jedermann. Doch dann kam die Flut und der Yeti ist vom Aussterben bedroht. Gleich kommt die Meldung und vorher der Aufruf: Wer einen neuen Schlafsack braucht oder \u00fcber einen neuen Schlafsack nachdenkt, der ordert jetzt mal bitte zackig! Die Jungs und M\u00e4dels k\u00f6nnen gerade Unterst\u00fctzung brauchen.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1988\" src=\"\/files\/2010\/09\/100617-0025-gst-dscn5775-1024x767.jpg\" alt=\"100617-0025-gst-dscn5775\" width=\"614\" height=\"460\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-1989\" src=\"\/files\/2010\/09\/100617-0023-gst-dscn57701-767x1024.jpg\" alt=\"100617-0023-gst-dscn57701\" width=\"460\" height=\"614\" \/><\/p>\n<p>Hier die Meldung: &#8221;<\/p>\n<p>Freistaat Sachsen und Bund lassen Flutopfer im Stich: Der G\u00f6rlitzer Yeti GmbH steht buchst\u00e4blich \u201edas Wasser bis zum Hals\u201c<\/p>\n<p>Die von Politikern versprochenen Hilfen bleiben aus; Yeti sieht sich in seiner Existenz bedroht; Arbeitspl\u00e4tze in der strukturschwachen Region sind gef\u00e4hrdet<\/p>\n<p>G\u00f6rlitz \/ M\u00fcnchen, 30.08.2010 \u2013Es ist eine deutsche Erfolgsgeschichte, die durch die mangelnde Handlungsbereitschaft der verantwortlichen Landes- und Bundesminister ein j\u00e4hes Ende finden k\u00f6nnte. Seit dem Einstieg eines d\u00e4nischen Outdoor-Spezialisten im Jahr 2005 legte die auf Highend-Outdoor-Daunenschlafs\u00e4cke und -Jacken spezialisierte Manufaktur in der j\u00fcngsten Krise eine beachtliche Wachstumsdynamik an den Tag \u2013 Tendenz weiterhin steil nach oben. Etwa 10.000 Schlafs\u00e4cke produziert der Betrieb aktuell, sowohl f\u00fcr den einheimischen Markt als auch f\u00fcr den Export nach Skandinavien, China und Japan. Die Produkte der G\u00f6rlitzer Innovationsschmiede fehlen heute auf keiner Extremexpedition mehr, es hagelte Auszeichnungen am laufenden Band, wie z.B. den Deutschen Design Preis f\u00fcr den mit 265 Gramm leichtesten Daunenschlafsack der Welt. Der Bruch des Witka-Staudamms in Polen bereitete der Erfolgsgeschichte der krisenerprobten Unternehmer Anfang August 2010 ein j\u00e4hes Ende. \u201eM\u00f6glicherweise f\u00fcr immer, wenn die verantwortlichen Politiker von Land und Bund den betroffenen Unternehmen nicht endlich die vollmundig versprochenen schnellen und unb\u00fcrokratischen Hilfsprogramme und F\u00f6rdermittel zukommen lassen\u201c, erkl\u00e4rt Kay Steinbach, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Yeti GmbH.<\/p>\n<p>Eine Hochwasserversicherung konnte das Unternehmen aufgrund der Lage des Traditionsgeb\u00e4udes nicht abschlie\u00dfen. Das Geb\u00e4ude &amp; Grundst\u00fcck hat w\u00e4hrend seiner ca. 100 j\u00e4hrigen Geschichte jedoch bislang jedes Hochwasser ohne gro\u00dfe Sch\u00e4den \u00fcberstanden. Die jetzt passierte Sturzflut der Nei\u00dfe hat die denkmalgesch\u00fctzten Lager- und Produktionsst\u00e4tten der Yeti GmbH in G\u00f6rlitz jedoch mit voller Wucht getroffen, die Manufaktur war binnen k\u00fcrzester Zeit bis zu einer H\u00f6he von etwa zwei Metern \u00fcberschwemmt. Obwohl das Unternehmen wegen seiner N\u00e4he zur Nei\u00dfe an ein Flutwarnsystem angeschlossen ist und per SMS informiert wird, wenn der Pegel gef\u00e4hrlich steigt, blieb keine Zeit mehr, Ware und B\u00fcroausstattung in Sicherheit zu bringen. Das normalerweise gut funktionierende Hochwasserwarnsystem hat aufgrund der ungeheuren Geschwindigkeit und des nach dem Dammbruch vollkommen unvorhersehbar hohen Anstieges des Wasserpegels versagt. Durchgeweichte Kartons, schlammverschmierte Folienverpackungen, verschmutzte Schlafs\u00e4cke und Jacken stapeln sich jetzt auf dem Hof von Yeti. Das Hochwasser hat Ware im Wert von rund einer Million Euro vernichtet, hinzukommen Sch\u00e4den an Geb\u00e4ude und Technik. Kay Steinbach sch\u00e4tzt den aktuellen Schaden auf insgesamt mehr als 2 Millionen Euro. Darin sind weitere Umsatzeinbu\u00dfen durch den Verlust von Kunden, die sich notgedrungen nach neuen Lieferanten umsehen m\u00fcssen, noch nicht eingerechnet.<\/p>\n<p>Hilfszusagen entpuppen sich als Luftnummern<br \/>\nUnz\u00e4hligen Politikern aller Couleur hat Steinbach in den vergangenen Wochen die Hand sch\u00fctteln und deren Hilfszusagen anh\u00f6ren d\u00fcrfen. Staatssekret\u00e4re, Wirtschaftsminister und Abgeordnete stellten medienwirksam vor laufenden Kameras \u201eSofortprogramme mit Mitteln aus den Landeshaushalten\u201c, F\u00f6rdermittel f\u00fcr \u201ePrivatleute und Unternehmen, denen der Abschluss einer Flutschaden- Versicherung verweigert worden war\u201c und andere Hilfsma\u00dfnahmen in Aussicht. Die Gleichstellung von Versicherten mit solchen, deren Lage nicht versicherbar war das Schlagwort. Doch kaum sind die TV-Kameras ausgeschaltet und die Gummistiefel ausgezogen, scheint die Devise \u201aNach mir die Sintflut\u2018 zu gelten. Unternehmen bleiben auf sich alleine gestellt, Politiker und Beh\u00f6rden schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu\u201c, kritisiert der Manager das Krisenmanagement der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden. \u201eDas von Ministerpr\u00e4sident Stanislaw Tillich vorgestellte Hilfsprogramm ist keine ausreichende Hilfe. Es handelt sich hier um zinsverbilligte Darlehen mit einer Laufzeit von h\u00f6chstens 5 Jahren. Die Yeti GmbH w\u00fcrde sich aktiv am Standort weiter engagieren, wenn sie wenigstens \u00bc des Schadens ersetzt bek\u00e4me.<\/p>\n<p>Leichtsinn oder kalkulierbares Risiko?<br \/>\nRund 130 weitere Firmen und Kleinbetriebe sind von den Flutsch\u00e4den betroffen, nicht nur Yeti k\u00e4mpft um die Existenz. Wer wie der Outdoor-Spezialist in Ufern\u00e4he der Nei\u00dfe residierte, der hatte keine Chance auf eine Hochwasser-Versicherung. \u201eBeh\u00f6rden und Ministerien wussten seit der Jahrhundertflut in 2002, dass keine Versicherung mehr eine Police f\u00fcr Hochwasserschutz f\u00fcr Geb\u00e4ude in Flussn\u00e4he ausstellt. Die s\u00e4chsische Staatsregierung beruhigte dagegen die nicht versicherten Unternehmen mit der Aussage, man h\u00e4tte aus der Flutkatastrophe von 2002 gelernt und f\u00fcr ausreichenden Hochwasserschutz gesorgt\u201c, emp\u00f6rt sich Steinbach. Schuld sei jetzt Polen so die Politiker, das Land trage die Verantwortung f\u00fcr den Dammbruch und die damit verbundenen Sch\u00e4den. Strafanzeige wurde auch bereits von verschiedenen Stellen gestellt, allein die Unternehmen brauchen das Geld jetzt. W\u00e4hrend das Bundesumweltministerium Informationsdefizite pr\u00fcfen will und immerhin schon f\u00fcr Ende September eine Sitzung der Hochwasser-Arbeitsgruppe von Deutschland, Polen und Tschechien einberufen hat \u2013 hier sollen auch m\u00f6gliche Defizite im Informationsfluss ein Thema sein \u2013 r\u00fcckt f\u00fcr Unternehmen wie Yeti die Stunde der Wahrheit immer n\u00e4her.<\/p>\n<p>\u201eUnser Fehler war, der vermeintlichen Hochwasserschutz-Kompetenz des Freistaates Sachsen zu vertrauen\u201c, so Steinbach weiter. \u201eAus eigener Kraft ist ein Wiederaufbau nicht m\u00f6glich. Ob und wie es mit Yeti in G\u00f6rlitz weitergeht, h\u00e4ngt von den finanziellen F\u00f6rdermitteln ab. Wir w\u00fcrden die Produktion gern schon im November wieder aufnehmen. Um aber wieder produzieren zu k\u00f6nnen, m\u00fcsste Yeti demn\u00e4chst Stoffe bestellen. Da aber bisher keine finanzielle Unterst\u00fctzung da ist und \u00fcberhaupt noch nicht feststeht, ob und wie es weitergeht, k\u00f6nnen wir jetzt auch keine Daunen und Stoffe bestellen. Ein Teufelskreis.\u201c<\/p>\n<p>Kampfgeist trifft auf Welle der Solidarit\u00e4t<br \/>\nAktuell k\u00e4mpfen Kay Steinbach und sein Team weiter, gerade so wie Yeti-Produkte f\u00fcr das \u00dcberleben in Extremsituationen stehen. Dabei stehen sie nicht alleine da: Mitarbeiter einer benachbarten Computerfirma haben beim Schlammschippen geholfen, die IHK Dresden hat ein Spendenkonto unter dem Stichwort \u201eYeti-Hochwasserhilfe\u201c eingerichtet, eine Berliner Werbeagentur sowie eine M\u00fcnchner PR-Agentur entwickeln auf Pro-Bono-Basis Ideen und Konzepte, um den Verkauf der Yeti-Produkte anzukurbeln und die Markenbekanntheit in Outdoor-Kreisen zu forcieren. Die ortsans\u00e4ssige Firma Reichelt hat f\u00fcnf Tonnen Kies spendiert, damit die Wege auf dem Firmengel\u00e4nde repariert werden k\u00f6nnen. Die Stadt hat bis vorige Woche alle Container kostenlos abgeholt. Kay Steinbach ist von der Welle der Solidarit\u00e4t beeindruckt und \u00fcberzeugt, dass es sich zu k\u00e4mpfen lohnt: \u201eSollten wir als Unternehmen am Standort G\u00f6rlitz \u00fcberleben, ist das die beste Botschaft \u00fcberhaupt: Yeti steht in jeder Hinsicht f\u00fcr das \u00dcberleben von extremsten Situationen\u201c, res\u00fcmiert Kay Steinbach.<\/p>\n<p>Yeti<br \/>\nDie Yeti GmbH ist eine innovative Manufaktur f\u00fcr Produkte im Outdoor-Premiumbereich. Dazu z\u00e4hlen die leichtesten Daunenschlafs\u00e4cke der Welt sowie Expeditionsbekleidung und Daunenbekleidung in Form von Jacken, M\u00e4nteln und Westen. Die preisgekr\u00f6nten Yeti-Produkte sind hoch innovativ, superleicht und stark komprimierbar.<\/p>\n<p>Die denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4ude der Manufaktur stehen im s\u00e4chsischen G\u00f6rlitz am Ufer der Nei\u00dfe. An diesem Ort wurden jahrhundertelang erstklassige T\u00fccher gewebt und gewalkt, zuletzt f\u00e4rbte hier die \u201eVEB Volltuch\u201c FDJ-Hemden und Marmorjeans. Heute fertigen hier die Yeti-Mitarbeiter rund 10.000 Daunen-Schlafs\u00e4cke im Jahr, die zu den besten der Welt und zur Standardausr\u00fcstung von Extremexpeditionen z\u00e4hlen. Yeti steht f\u00fcr \u201eHandmade in Germany\u201c, daf\u00fcr hagelt es Auszeichnungen: Red Dot Award, Gear oft the Year (Outdoor Magazin), IF Gold Award, Silber vom Designpreis Deutschland.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zur Marke Yeti und Vertrieb finden Sie unter: www.yetiworld.com&#8221;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man kann im Leben nicht nur Gl\u00fcck haben, manches Mal schl\u00e4gt das Schicksal zu. So auch beim Schlafsackhersteller Yeti. Noch vor wenigen Monaten war die Welt in Ordnung: Allerlei Abenteurer schliefen in Yeti-Schlafs\u00e4cken (ich \u00fcbrigens&#8230; <\/p>\n<p class=\"more\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/2010\/09\/den-yeti-wiedersehen-hilfe-gebraucht\/\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":36,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[61],"tags":[3],"class_list":["post-1986","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-grenzsteintrophy","tag-freie-meinungsauserung"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p8ekQv-w2","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1986","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/36"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1986"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1986\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1986"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1986"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/grenzsteintrophy.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1986"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}