GST19-BERICHT von MATTHIAS D.

Hallo GST,

hier die Mail mit dem Track. Nochmal ein Dank an alle Scouts. Größtenteils ließ sich die Strecke wirklich gut fahren, bzw. man wusste zumindest, wo es langgehen soll.

Die GST war für mich ein Wahnsinnserlebnis, deswegen bin ich wirklich froh, dass es so kurz vor Start noch damit geklappt hat.

Körperlich bin ich auf jeden Fall ein ums andere Mal an meine Grenzen gestoßen und habe mich des Öfteren gefragt habe, was ich hier eigentlich mache. Die fantastischen Aussichten und die Abgeschiedenheit im Grünen Band waren stets die Antwort und es gab reichlich tolle Gelegenheiten zum Pause machen, wenn ich mich mal wieder von einem der vielen 30%-Anstiege erholen musste. Mein Fahrrad mit seiner berguntauglichen Übersetzung ( 33/36Z im kleinsten Gang bei 29+ sind einfach zu lang für so eine Tour ) hat die Sache nochmal zusätzlich erschwert. Während andere sich noch entspannt den Berg hochkurbeln konnten, war bei mir schon wieder Schieben angesagt und bereits am 3. Tag hatte ich dicke Blasen an den Hacken. Da es von einem Overnighter mal abgesehen meine erste große Bikepacking-Tour überhaupt war, hatte ich entsprechend wenig Mut zur Lücke, so dass der Bock mit Wasser und Verpflegung beim Start ca. 30kg auf die Waage brachte.

Das waren aber Dinge, mit denen ich irgendwo gerechnet hatte. Nicht gerechnet hatte ich damit, dass mir der Koffeinentzug so zu schaffen macht. Wenn es an manchen Tagen erst Mittag den ersten Kaffee zu kaufen gab, wollten meine Beine bis dahin überhaupt nicht so recht in die Pedale treten. Danach war ich aber stets wie ausgewechselt. Auch die teilweise langen Wege zum Verpflegungkaufen habe ich etwas unterschätzt. So hieß es auch mal bis zu 5 km runter vom Berg und danach vollgepackt wieder rauf und noch auf Schlafplatzsuche gehen. Die hat gelegentlich bedeutend länger gedauert als mir lieb war. Wenn man gerade in einer ungünstigen Gegend unterwegs war oder sich der angepeilte Biwakplatz als absolut untauglich erwies, während einem die Dunkelheit im Nacken saß, konnte man schon leicht unruhig werden. Am Ende ging aber stets alles gut.

Auch von größeren Defekten bin ich verschont geblieben. Ein Platten und ein verbogener Schaltkäfig, nachdem ich das Rad über einen Weidezaun werfen musste, sind das einzig Nennenswerte.

Nur mein Garmin hat mich manchmal zur Verzweiflung gebracht. Wenn man mal vom Track unten war, hat es das oft nicht gleich angezeigt. Erst nachdem man schon ein Stück falsch gefahren ist, kam dann die sprunghafte Korrektur. An anderen Stellen war man auf dem Track, teilweise Straße und es hat einen irgendwo daneben geortet. Vlt. Müsste da mal was Neues her.

Den Zustand der Strecke fand ich nicht so schlimm, wie befürchtet und angekündigt. Die Lochplatte selbst war für mich größtenteils gut und bergab auch schnell fahrbar, so dass der Schwung immer mal wieder ausgereicht hat, um nach einer Senke den folgenden Anstieg direkt hochzukommen. Klar, aufpassen musste man trotzdem stets, aber solange man auf Sicht gefahren ist und nicht blind darauf vertraut hat, dass hinter dem Busch oder Baum noch alles in Ordnung ist, hielt sich das Risiko für mich im Rahmen. Irgendwo im Mittelfeld unterwegs hatte ich zudem das Glück, dass auf Wiesen und Feldern in der Regel schon Fahrspuren vorhanden oder die entsprechenden Schneisen geschlagen waren. Mein Beitrag zum Scouting fällt da also eher gering aus.

Interessant auch die 2 Gesichter der GST. Nach dem Brocken die Landschaft plötzlich schlagartig flach und die voll erschlossenen Erholungsgebiete an den Seen im Norden wirkten wie eine andere Welt. Zum Glück kam dann vorm Ziel nochmal etwas Sand und Platte, so dass die Tour noch den passenden Abschluss bekam.

Sollte ich mich in ein paar Jahren nochmal auf diese Reise begeben, dann definitiv mit weniger Gewicht und einer passenderen Übersetzung – das dürfte mich locker einen Tag gekostet haben.

Und auch von mir nochmal gute Besserung an Falk. Ich hoffe es hat ihn nicht zu schlimm erwischt und er ist vlt. schon wieder auf den Beinen.

Gruß

Matthias

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